Marshmallow-Träume im Vitra Design Museum

Die ersten Sonnenstrahlen des Jahres blitzen hervor und was mache ich. Na, genau. Eben nicht in der Sonne liegen, sondern der frei gewordenen Energie freien Lauf lassen und… Kurzurlaub in einem charmanten Hotel buchen und in ein Museum spazieren. Jawoll! Das aber nur, weil ich neulich im Café beim Kaffeeschlürfen lauschte, wie man sich über ein Marshmallow Sofa unterhielt. Was macht man also als neugierige Frau? Genau, man geht “nur mal gucken”. Hinein ins Vitra Design Museum in Weil am Rhein (ja, das kennen wir aus den Verkehrsnachrichten) und neben Stühlen in sämtlichen Formen und Farben gibt’s (bis 3. Mai noch) die George Nelson (1908-1986) Ausstellung.

Nelson, ein studierter Architekt mit Abschluss in Yale, war neben Charles & Ray Eames die prägende Figur des amerikanischen Designs der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In seinem Büro entstanden Klassiker des modernen Möbel- und Interior Designs: der Coconut Chair (1956), das Marshmallow Sofa (1956), die Ball Clock (1947), die Bubble Lamps (ab 1952) und das Action Office (1964). Nelson war jedoch nicht nur ein erfolgreicher Designer, sondern auch ein viel beachteter Autor und Publizist, Dozent, Ausstellungsmacher und passionierter Fotograf. In seinen zahlreichen Essays über Design reflektierte er wie wohl kaum ein anderer Gestalter die Arbeitsbedingungen, Aufgaben und Ziele seines sich in der Mitte des 20. Jahrhunderts noch formierenden Berufsbildes. Nelsons Auffassung von Design als System, sein Ansatz über die bloße Formgebung hinauszugehen und stets in größeren Zusammenhängen zu denken, wie auch seine Leistungen im Bereich der Designvermittlung, lassen sein Werk gerade heute wieder hoch aktuell und interessant erscheinen.

Genau. Inspiriert, ebenfalls in größeren Zusammenhängen zu denken, genieße ich noch die mexikanischen Köstlichkeiten der Wochenkarte in meinem Hotel und falle sofort in süße Träume, ein kuscheliges Marshmallow Sofa…

Eure Prinzessin von der Erbse

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