Hotellerie: Krise und Bauboom – wie geht das zusammen?
16. Juli 2009 Hotellerie Kommentieren
Die ZEIT beschrieb am 09. Juli recht anschaulich die Situation der 5-Sterne-Hotellerie vornehmlich in der Hauptstadt Berlin: Belegungsraten unter 50%, Zwangsurlaub für Mitarbeiter, geschlossene Gourmet-Restaurants, die Rückgabe von Sternen um Geschäftskunden zu halten, starker Rückgang der Zimmerraten um 20 bis über 50%.
So wie Julia Friedrichs in Ihrem Buch „Gestatten: Elite: Auf den Spuren der Mächtigen von morgen“ die aktuelle Definition von Elite kritisch hinterfragt, wird hier die Definition von „Luxus“ (was die 5-Sterne-Hotellerie ja sein will) in Frage stellt. „Denn zum Luxus gehört, dass er nicht für alle und jeden erschwinglich ist.“ heißt es in dem ZEIT-Artikel. Mit Preisen der Mittelklasse-Hotels ist das Luxus-Label eben nicht erreichbar. Es geht aber auch um mehr als nur den Preis (Das Thema Preissenkung als Krisenstrategie wird Thema in einem nächsten Blog-Artikel sein). Service, Qualität, Charakter, Geschichte und vor allem Kontinuität zeichnen die wahren Luxushotels aus (der Artikel nennt hier beispielsweise das Brenner’s Parkhotel in Baden-Baden oder das Baur au Lac in Zürich).
Aber ich schweife ab… Was mich eigentlich stutzig gemacht hat, ist der Inhalt eines Newsletters aus der Xing-Gruppe „Hotellerie“ von Carsten Hennig. Laut einer Untersuchung der Datenbank von tophotelprojects.com ©eröffnen in den nächsten 4 Jahren weltweit 3.500 (sogenannte) Luxus- und First-Class-Hotels, über 200 davon in Deutschland (Steigerung um 7,3% für die deutsche Luxus-Hotel-Landschaft). Nun gut, in vier Jahren wird sich die wirtschaftliche Lage wieder verändert haben. Trotzdem sei die Frage erlaubt, wie die Neueinsteiger eine gut zahlende Klientel erreichen können, wenn die Kollegen aktuell die Preise für eine mehr oder weniger vergleichbare Leistung kaputt machen. Werden es mehrheitlich Häuser mit eigenem Charakter und individuellem Charme sein? Vermutlich nicht, werden Sie doch zu einem großen Teil von weltweit agierenden Hotelketten betrieben.
Der Markt bleibt also spannend…