Krisen-Strategie Preisschraube

23. Juli 2009 Hotellerie Kommentieren

In Krisenzeiten sind sie schnell bei der Hand: Die Sonderrabatte, Spezialpreise, Aktionsangebote und wie sie alle heißen. Die Preise für gleichbleibende Leistungen sinken, manchmal auch ohne grosses Aktions-Etikett.

Kann das die Lösung sein? Ich bin mir da nicht so sicher. Paketpreise oder Sonderangebote kennt man ja schon immer. Sie dienen dazu, schwache Zeiten zu füllen oder Zusatzleistungen zu verkaufen. Aber das, was sich aktuell zeigt, geht viel weiter.

Ein kleines persönliches Beispiel soll das verdeutlichen. An einem freien Tag vor etwa zwei Wochen sollte es mal wieder etwas Entspannendes sein. Also ab ins Thermalbad inkl. Saunalandschaft. An der Kasse dann die Überraschung. Das Angebot lautet Zwei zum Preis von einem. Das mag beim einfachen Eintritt nicht so viel sein, aber bei den Wellness Angeboten ist das ein nicht zu vernachlässigender Rabatt. Das mag man als Sommer-Aktion durchgehen lassen, wenn man aber weiss, das 80% der Gäste von dem Rabatt erst an der Kasse erfahren, ist das bedenklich. Kaum Neukunden gewonnen, aber freiwillig auf 50% des Umsatzes verzichtet. Und wie erklärt man Stammkunden, dass sie in ein paar Wochen für die gleiche Leistung das Doppelte zahlen?

Preise, die sich an Auslastung und Saison orientieren, kennen Kunden aus der Reisebranche nicht erst seit den Preiskämpfen bei den Fluggesellschaften. Zimmerpreise aber jetzt radikal zu reduzieren, erschwert den Neustart nach Überwindung der Krise.

Was empfiehlt sich stattdessen? Auf den Service setzen. Standards bei der Erfüllung von Kundenwünschen setzen. Wer jetzt endlich lernt, seinen Gästen gut zuzuhören, kann auf die Preisschraube als Krisenmanager verzichten. Beispiele gewünscht? Wie wäre es mit einem update der technischen Infrastruktur, so dass die Gäste kostenlos das WLAN nutzen können. Ein ganztägiges Angebot an Kaffee und Mineralwasser in der Lobby zur Selbstbedienung. Kleine Schönheitskorrekturen durchführen und und und …

Nicht jammern, nicht das einfachste Instrument nutzen, sondern die grauen Zellen aktivieren und vielleicht neue Vertriebswege entdecken. Krise ist auch immer eine Chance. Zum nachdenken. Zum „in-Frage-stellen“. Von Dingen, die schon immer so gemacht wurden…

Viel Erfolg dabei!

PS: Das heißt natürlich nicht, das man Gästen keine Angebote machen sollte… So wie wir in unserem nächsten Blog-Beitrag!

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