Kulinarisch – Ironischer Buchtipp

27. Juli 2009 Freizeit Kommentieren

Der 39. Häuptling Eigener Herd („Das Lebensmittel für Hirn und Wanst“) ist da!

Unter dem Titel „ Landidylle“ wird unter der bewährten Herausgeberschaft von Wiglaf Droste und Vincent Klink, mit Zeichnungen von Eva Muggenthaler,  das immer größer werdende Bedürfnis von breiten Bevölkerungsschichten nach ländlichem Frieden, einem „Idyll“ (ursprgl.  „Hirtengedicht“, Begriff geht auf den alten Griechen Theokrit zurück) untersucht. Wie die Herausgeber zutreffend im Editorial feststellen, haben es  moderne Menschen wie wir bei der Suche danach ungleich schwerer als besagter Theokrit. Sie kommen zu der zwingenden Schlussfolgerung, dass diese Suche nur noch mit Ironie zu bewältigen ist und lassen deshalb eine namhafte Spitzentruppe von Ironikern (u.a. Gerhard Polt, Peter Rühmkopf , Thomas C. Breuer u.v.a.) sich des Themas annehmen.

Um auf den Geschmack zu kommen, Zitat von der 3. Buchseite, „Die Tagebücher der Brüder  Goncourt“, deutsch von Petra Susanne Räbel:

„22. Juli 1857

Eine Kellnerin serviert uns beim Diner in Lamarche, ein wahres Wunder der Natur, deren Brüste, beide dicht gedrängt unter dem Mieder hervorstehend, den Blick und das Begehren entfachen. Das war die kernige und brutale Verführung auf dem Land. Zur Notzucht verleitend, ging sie, schritt sie, drehte sich geschmeidig und hüpfend, ihre Himmelskörper á la Jules Romains, auf denen man sich einen schlafenden Jupiter in Stiergestalt vorstellt, vor sich herschiebend und einen damit an der Schulter streifend, bei jedem Teller, den sie auftrug. Einer der lebhaftesten rein fleischlichen Eindrücke unseres Lebens.“

Edition Vincent Klink GmbH, Stuttgart, ISBN 978-3-297350-37-3

„Erscheint so vierteljährlich wie möglich.“

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