Juli, 2009 Archiv

Und noch ein Buchtipp

20. Juli 2009 Freizeit Kommentieren

Inge Jens „Unvollständige Erinnerungen“

Inge Jens, geboren 1927 in Hamburg, durfte als Kind dem Führer Adolf Hitler  die Hand schütteln. Nach Kriegsende kam für die Großbürgerstochter dann alles anders.  Studium der Germanistik, Anglistik und Pädagogik in Tübingen, Begegnung mit dem Kommilitonen Walter Jens, man kommt sich näher und wird 1951 ein Paar fürs Leben. Das Ehepaar lebt in Tübingen, zwei Kinder kommen auf die Welt. Ohne dass der Begriff „Emanzipation“ eine Rolle spielt, lebt sie Familie und Karriere. Die 1953 promovierte Inge Jens besucht „Katia“, die Witwe von Thomas Mann, „Frau Thomas Mann“, so der Titel eines 2003 erschienenen Bestsellers von ihr und Walter Jens und wird die Herausgeberin der Tagebücher von Thomas Mann. Sie arbeitet an zahlreichen weiteren kulturhistorischen Projekten und schreibt auch noch  „Katias Mutter“ (erschienen 2005, über Hedwig Pringsheim, die Schwiegermutter von Thomas Mann). Sie und ihr Mann sind nicht nur die Bücherwürmer im Elfenbeinturm. Nein, vom Gegenteil zeugen Erlebnisse bei den Blockaden gegen die Raketenstationierung in Mutlangen und beim Verstecken amerikanischer Deserteure daheim in Tübingen während des ersten Golfkriegs.

Von ihrem eigenen Leben machte Inge Jens, die bisher immer ihrem Mann Walter die erste Geige lies,  bislang wenig Aufhebens. Jetzt erzählt sie zum ersten Mal ausführlich darüber: dem Leben an der Seite eines berühmten, vielgefragten Mannes; dem schwierigen Spagat zwischen ihrer Rolle als Mutter und den eigenen beruflichen Ambitionen.

Sie berichtet über Begegnungen mit Zeitgenossen wie Hans Mayer, Karola und Ernst Bloch, Golo Mann, Richard von Weizsäcker, Loriot und Carola Stern. Und sie schreibt mit großer Offenheit über die Demenzerkrankung ihres Mannes: “Ich sehe seinem Entschwinden zu.”

Ein mutiges Buch, eine große Frauenautobiographie und ein Stück Zeit- und Kulturgeschichte.

Hotellerie: Krise und Bauboom – wie geht das zusammen?

16. Juli 2009 Hotellerie Kommentieren

Die ZEIT beschrieb am 09. Juli recht anschaulich die Situation der 5-Sterne-Hotellerie vornehmlich in der Hauptstadt Berlin: Belegungsraten unter 50%, Zwangsurlaub für Mitarbeiter, geschlossene Gourmet-Restaurants, die Rückgabe von Sternen um Geschäftskunden zu halten, starker Rückgang der Zimmerraten um 20 bis über 50%.

So wie Julia Friedrichs in Ihrem Buch „Gestatten: Elite: Auf den Spuren der Mächtigen von morgen“ die aktuelle Definition von Elite kritisch hinterfragt, wird hier die Definition von „Luxus“ (was die 5-Sterne-Hotellerie ja sein will) in Frage stellt. „Denn zum Luxus gehört, dass er nicht für alle und jeden erschwinglich ist.“ heißt es in dem ZEIT-Artikel. Mit Preisen der Mittelklasse-Hotels ist das Luxus-Label eben nicht erreichbar. Es geht aber auch um mehr als nur den Preis (Das Thema Preissenkung als Krisenstrategie wird Thema in einem nächsten Blog-Artikel sein). Service, Qualität, Charakter, Geschichte und vor allem Kontinuität zeichnen die wahren Luxushotels aus (der Artikel nennt hier beispielsweise das Brenner’s Parkhotel in Baden-Baden oder das Baur au Lac in Zürich).

Aber ich schweife ab… Was mich eigentlich stutzig gemacht hat, ist der Inhalt eines Newsletters aus der Xing-Gruppe „Hotellerie“ von Carsten Hennig. Laut einer Untersuchung der Datenbank von tophotelprojects.com ©eröffnen in den nächsten 4 Jahren weltweit 3.500 (sogenannte) Luxus- und First-Class-Hotels, über 200 davon in Deutschland (Steigerung um 7,3% für die deutsche Luxus-Hotel-Landschaft). Nun gut, in vier Jahren wird sich die wirtschaftliche Lage wieder verändert haben. Trotzdem sei die Frage erlaubt, wie die Neueinsteiger eine gut zahlende Klientel erreichen können, wenn die Kollegen aktuell die Preise für eine mehr oder weniger vergleichbare Leistung kaputt machen. Werden es mehrheitlich Häuser mit eigenem Charakter und individuellem Charme sein? Vermutlich nicht, werden Sie doch zu einem großen Teil von weltweit agierenden Hotelketten betrieben.

Der Markt bleibt also spannend…

Unsere Sommerbuchempfehlungen – 3. Teil

13. Juli 2009 Freizeit Kommentieren

Diesmal kommt die Buchempfehlung aus unserer Marketingabteilung. Und das direkt im Doppelpack: “Schatten des Windes” und “Das Spiel des Engels” von Carlos Ruis Zafón. Sowohl der grandiose Erstling als auch sein zweites Werk entführen den Leser in ein unglaubliches, geheimnisvolles Barcelona. Beide Bücher vereinen Elemente aus einem guten Fantasy-Roman, einem Krimi, einem Liebesroman und einer Horrorgeschichte.

Worum es geht? Dem jungen Buchhändlersohn Daniel Sempere fällt ein Buch mit dem Titel “Schatten des Windes” im Friedhof der vergessenen Bücher in die Hände. Der Roman lässt ihn nicht los und er macht sich auf, andere Bücher des Autors und eben dessen Spuren zu finden. Es ist die Zeit nach dem Spanischen Bürgerkrieg und er weiss gar nicht, auf was er sich da eingelassen hat… Im “Spiel des Engels” gehen wir zeitlich noch etwas zurück und begleiten den Autor David Martin bei seinem Abenteuer, ein Buch im Auftrag eines Unbekannten zu schreiben. Auch David verstrickt sich immer tiefer in eine Geschichte, deren Konsequenzen er kaum absehen kann. An Davids Seite steht sein väterlicher Freund, der Buchhändler Sempere, der Grossvater Daniels.

Phantasievoller hat man selten gelesen (vielleicht in der “Unendlichen Geschichte” von Michael Ende oder “Rumo” von Walther Moers). Keines der Bücher kann man weglegen, bevor nicht auch die letzte Seite verschlungen ist…

Einen schönen Lese-Sommer wünschen wir…

Sightjogging – Fitness und Stadtbesichtigung kompakt

13. Juli 2009 Freizeit, München, Stadtleben, Trends Kommentieren

Sightjogging? Ja, Sightjogging. Stadtspaziergänge und Erkundungstouren per Bus oder Fahrrad bekommen Gesellschaft von einer fitnessgetriebenen Besichtigungsform, dem Sightjogging. Die Sehnswürdigkeiten werden dabei einfach “abgejoggt”.

Wer macht denn so etwas? Geschäftsleute, die zwischen den Terminen etwas von der Stadt sehen wollen und gleichzeitig etwas für den Bürostuhlhintern tun wollen. Kurz-Städte-Reisende, die für die Metropolen der Welt gerade einmal zwei bis drei Tage Zeit haben. Einige Städte in Deutschland (Berlin, Frankfurt, Lüneburg, Mainz) und Europa (Rom, Barcelona) bieten diese Touren schon an.

Auch wir haben im carathotel München ein Sightjogging-Angebot für unsere Gäste; Sightjogging light ohne Guide zum selber laufen. Vom Hotel aus geht es einmal rund um die Theresienwiese mit der Bavaria. Zum zweiten geht es durch den Alten Südfriedhof zum Isar Ufer. Und damit unsere Gäste den Weg finden, gibt es im Hotel einen hosentaschentauglichen Flyer mit den Laufstrecken und einer kurzen Beschreibung. Mehr Informationen und den Flyer zum Download gibt es hier…

Viel Spass beim Laufen wünscht das Team der carathotels

Montreux Jazz (?) Festival

9. Juli 2009 Freizeit, Veranstaltungstipps Kommentieren

Montreux Jazz Festival klingt in einigen Ohren erst einmal etwas spießig, angestaubt oder nach einer recht speziellen Musik, die man mögen kann oder auch nicht.

Doch wer sich das Künstleraufgebot des Festivals mal angeschaut hat merkt schnell, da ist noch mehr. Auf der Webseite des Festivals heißt es dazu: “Zur Ursprungsquelle des Festivals, dem Jazz, kamen in kürzester Zeit andere Stilrichtungen hinzu, die sich durch gegenseitiges Interesse und Enthusiasmus für einander auszeichnen.” Gegenseitiges Interesse und Enthusiasmus füreinander. Das klingt zuckersüß. Und wurde gestern abend definitiv auf die Probe gestellt. Denn auf der Bühne des Auditorium Stravinsky gaben DIE ÄRZTE ab Mitternacht unter dem Motto “Kein Bock auf Jazz” ihre Montreux-Premiere.

“Vor-Band” der Jungs aus Berlin war der Alt-Rocker Alice Cooper. Die Bühnenshow war recht nett anzuschauen und bewies, dass man auch im 21. Jahrhundert noch schocken kann. Wie? Indem man erbarmungslos Frauen verprügelt und einem Baby mit dem Hammer auf den Kopf schlägt, so dass das Blut fließt. Alles nur gespielt, das Baby nur ein Puppe und trotzdem waren die Grenzen des guten Geschmacks nicht nur erreicht, auch überschritten. Als mit der Zugabe dann endlich “Poisson” aus den Lautsprechern dröhnte, konnten auch diejenigen mitrocken, die eigentlich nur Mitternacht entgegenfieberten.

Pünktlich zur Geisterstunde erklangen dann die ersten Töne hinter dem “Achtung Jazz”-Vorhang. In gewohnter Manier spielte die beste Band der Welt Neues und Altes. Und in gewohnter Manier machte auch hier das Gequatsche zwischen den Punk-Stücken riesigen Spass. Wie oft kann man auf einem Jazz-Festival eigentlich “arschf***en” sagen? Ich hab nicht mitgezählt… Zum Schluss gab’s vom Moderator (der so was wohl noch nie erlebt hat) auch noch 10 Kilo Montreux-Jazz-Festival-Geschichte. Ob DIE ÄRZTE wohl nach Montreux zurück kommen? Diesmal mit “Interesse und Enthusiasmus” für den Jazz und ein paar Blue Notes im Gepäck?

Das Deutsch-Punk-Rock-Girl bleibt gespannt…

2. Teil unserer Buchempfehlungen

7. Juli 2009 Freizeit Kommentieren

Die Schmökerstunde geht weiter. Der erste Tipp für heute kommt aus unserer Geschäftsführung.

Peter Böckli “Bis zum Tod der Gräfin” – Das Drama um den Hotelpalast des Grafen de Renesse in Maloja

Worum geht es? Am 1. Juli 1884 öffnete das damals grösste und modernste Grand Hotel der Alpen in Maloja mit 300 Zimmern für 450 Gäste, seine Pforten. Der belgische Graf Camille de Renesse lud Hochfinanz und Adel zur Eröffnung seines kuppelgekrönten Palastes. Das Hotel wartete mit zwei Sensationen auf. Erstens die elektrische Beleuchtung und ein Aufzug. Die Heizung bestand aus drei riesigen Lokomotiv Dampfkesseln, die das ganze Hotel heizten. Spektakulär war die Frischluftzufuhr in allen Zimmern durch Ozonatoren. Doch schon 3 Tage nach der feierlichen Eröffnung bricht in Italien eine Choleraepidemie aus. Im Dezember 1884 erklärt der Graf seine Zahlungsunfähigkeit. Es gibt noch andere Gründe, die der Ära Renesse ein Ende bereiteten. Die Todesursache der jungen Gräfin, am 20. September 1884 in einem Basler Hotel, ist bis heute nicht nicht geklärt …

Die zweite Buchempfehlung stammt von unserem Schnupper-Praktikanten im Marketing: Noah Gordon’s “Der Medicus” spielt im 11. Jahrhundert. Im Medicus  geht es um einen Jungen namens Robert Jeremy Cole, der mit seinen Geschwistern in London lebt. Als seine Eltern kurz hintereinander sterben nimmt ihn ein Baderchirug auf, erzieht und lehrt ihn den Beruf.  Als der Bader stirbt wächst sein Wunsch, allen Menschen besser helfen zu können als bisher. Ein Medicus erzählt ihm von Persien und das er dort studiert habe. Allerdings durften dort damals nur Juden studieren. Weil er kein Jude war, fragte er im jeden Dorf nach dem Medicus, aber die meisten waren so schlecht das er dort nicht in die Lehre gehen wollte. Schliesslich wollte er sich nach Persien begeben um sich dort als Jude auszugeben weil er dort auch studieren will. Auf seiner Reise lernte er Juden kennen und beobachtete sie genau.  Von ihnen lernte er persisch.  Als er ankam hatte er am Anfang ein paar Schwierigkeiten aber er durfte dort bleiben.  Er lebte dort mit zwei neu gewonnenen Freunden, bis der Lehrer von einer Krankheit dahingerafft wird.  Als Arzt kehrte er dann mit seiner Frau Mary nach Schottland zurück um dort zu leben.

Wir wünschen allen Leseratten und Sommer-Urlaubs-Lesern viel Vergnügen mit der Lektüre.

Mehr gibt es in Kürze…

Sommerlektüre: Unsere Buchempfehlungen I

3. Juli 2009 Freizeit Kommentieren

Sommerzeit, Urlaubszeit, Reisezeit. Und endlich wieder Zeit zum Lesen. In den nächsten Tagen stellen wir hier einige Buchempfehlungen unserer Mitarbeiter vor. Viel Vergnügen beim schmökern ;)

Der Direktor vom carathotel Düsseldorf empfiehlt „Der nasse Fisch“ von Volker Kutscher. Worum geht’s? Berlin 1929, Gereon Rath wird aus Köln kommend nach Berlin zur Sittenpolizei „abgestellt“. Er erlebt eine Weltstadt im Rausch des Alkohols und Drogen, voller sozialer und politischer Spannungen. Nach dem Fund einer unidentifizierten Leiche schaltet sich der junge, ehrgeizige Kommissar ungefragt in die stagnierenden Ermittlungen der Mordkommission ein – und stößt in ein Wespennest. Rath entdeckt eine Verbindung zu einem Kreis oppositioneller Exilrussen, die mit geschmuggeltem Gold Waffen kaufen wollen, um einen Putsch vorzubereiten. Auch andere sind hinter dem Gold und den Waffen her. Rath bekommt es mit dem organisierten Verbrechen zu tun. Ein spannender Krimi also.  Eine zweite Meinung zum Buch? Gerne. Der Buchkritiker Jörg Kijanski von crimi-couch.de schreibt zum Buch: “Die ständige Diskussion, warum deutsche Krimiautoren im internationalen Vergleich zumeist schlecht abschneiden, dürfte durch Volker Kutschers Buch “Der nasse Fisch” neue Nahrung gewinnen. Einmal mehr überzeugt ein einheimischer Autor auf ganzer Linie und dies trotz eines Titels, hinter dem man nicht unbedingt einen Krimi erwarten würde.” Klingt gut? Finden wir auch.

Eine leichtere Sommerlektüre verspricht die Buchempfehlung unserer Hoteldirektorin aus dem atlashotel in Basel / Weil am Rhein: “Mieses Karma” von David Safier. Der Inhalt im Anriss: Das erfolgreiche Leben einer Talkshowmoderatorin findet dank eines herabstürzenden Waschbeckens ein jähes Ende. Also, eigentlich nicht das Leben an sich. Nur das als Talkshowmoderatorin. Und als Mensch. Es lockt die Widergeburt. Mit viel miesem Karma auf dem Lebenskonto allerdings “nur” als Ameise (ohne den kleinen Sechsbeinern damit zu nahe treten zu wollen).  Um die Reinkarnationsleiter aufwärts zu klettern braucht es Karmapolitur und Buße. Auf dieser Odysee ist sie aber nicht allein. Der alte Charmeur Casanova fristet ebenfalls ein glückliches Ameisendasein… Es lohnt sich, mit diesem Duo ein wenig Sommer-Sonnen-Zeit zu vertrödeln.

Demnächst mehr auf diesem Sender. Bleiben Sie dran…

Hotelvideos – auf den Webseiten und youtube

1. Juli 2009 Hotellerie, Kommunikation Kommentieren

Multimedial und den Spuren des Mitmach-Web-Zwo-Null stetig folgend, haben wir aus den neuen Fotos der Hotels Videos gezaubert (bzw. zaubern lassen). Diese gibt es auf den Webseiten und bei youtube. Und die Links dazu gibt es hier in einer Übersicht:

Viel Vergnügen beim anschauen!

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